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Mein Praktikum bei Nueva Vida- von Vanessa Holly

Montag, 20. April 2009 - 21:17
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Dylan, Angel, Belén und wie sie alle heißen…meine Niños. Wie werde ich sie vermissen. 4 Monate lang verbrachte ich von Mittwoch bis Samstag meine Mittage mit den Straßenkindern der Kunstschule Nueva Vida in Asuncion. Eine unvergessliche Erfahrung, die mir der Verein „Nueva Vida en Parguay“ ermöglicht hat.

Ob als Englischlehrerin, Spielgefährtin, Erzählerin oder einfach nur zum Trösten, von der 1. Minute an, haben mich die Kinder aus dem Armenviertel Pelopincho, einem der vielen Armenviertel Asuncións, in Ihre Mitte aufgenommen und ich sie in mein Herz geschlossen. Der Zufall hatte mich nach Paraguay geführt. Bereits vor meinem Abitur standen meine Pläne für eine Reise nach Südamerika. Spanischkenntnisse wollten aufpoliert und Kultur erfahren werden. Auch Ambitionen zur freiwilligen Arbeit waren vorhanden. Nur ein Zielland stand noch nicht fest. Nachdem die Suche nach einer passenden Organisation für ein derartiges Unterfangen leider aus Kostengründen recht erfolglos ausfiel, gab mir mein Vater den hilfreichen Tipp. Die Tochter eines Freundes befände sich gerade in Südamerika, genau gesagt in Paraguay, und ob man diese denn nicht um ein paar hilfreiche Ratschläge bitten könne. Konnte man, denn der Name der Tochter lautet Rafaela Rahmig, ihre Zeichens Vertreterin von Nueva Vida in Paraguay. Bereits nach nur einer Email kam die Einladung nach Paraguay. Nueva Vida vermittelte mir eine Praktikumsstelle in der gleichnamigen Kunstschule „Escuela de Arte Infantil Nueva Vida“ – und das kostenfrei. So nahm mich ab dem 14. Januar 2009 Gustavo Delgado, Leiter der Schule, unter seine Fittiche. Ich lernte in den 4 Monaten nicht nur besser Spanisch, sondern auch, dass sich diese Kinder, selbst wenn sie kaum mehr als die Kleidung, die sie am Leib tragen besitzen, niemals die Lebensfreude  nehmen lassen. Ich durfte mit ihnen Spaziergänge durch ihr Armenviertel unternehmen, welches meist ein sehr trauriges Bild bietet und sie sogar zu Hause besuchen. Bei Cola und Keksen wurde stolz das eigene Haus präsentiert, was zwar oft kaum Zimmergröße überschreitet und trotzdem ein schöneres zu Hause als jede Luxusvilla bietet. Ich konnte hingegen von Deutschland erzählen, von Schnee und  fehlenden Straßenhändlern und lernen, dass meine eigenen Probleme vielleicht gar nicht so schwerwiegend sind wie angenommen. Ich danke Nueva Vida, dass ich die Chance hatte, soviel Freundlichkeit und Wärme zu erfahren und hoffe durch mein Handeln auch ein wenig zurückgegeben zu haben. Ich weiß, dass ich von dem Erlebten noch eine ganze Weile zehren und Paraguay in 4 Wochen auch mit einem weinenden Auge verlassen werde.

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